Kontaktimprovisation

Querlight

– was ist das?

Kontaktimprovisation ist eine Form des Neuen Tanzes, die in den siebziger Jahren in den USA entstanden ist. Seitdem breitet sie sich in ganz Europa, aber auch in anderen Ländern kontinuierlich aus und entwickelt sich ständig weiter.

querlight, Zeitschrift für kulturelle Initiativen; No.43 – April 2007

Im ursprünglichen Sinn ist Kontaktimprovisation eine Duettform, sie kann aber auch alleine oder zu mehreren getanzt werden. Die Tanzenden lassen einen gemeinsamen Kontaktpunkt um ihren Körper rollen und kommen so in einen ständigen Wechsel von Gewicht nehmen und Gewicht geben. Mit spielerischer Leichtigkeit bewegen sie sich durch alle Raumebenen hindurch.

Rollen, Spiralen, Springen, Fliegen und Fallen sind Bewegungen, die bei der Kontaktimprovisation auftauchen. Das gemeinsame Tanzen wird nicht geplant, sondern entwickelt sich aus dem unmittelbaren Erleben von Berührung und Bewegung heraus. Bei der Kontaktimprovisation spielt das Tasten, das Spiel mit dem Gleichgewicht und das Spüren der eigenen Bewegung eine wichtige Rolle. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der zunehmend von einem „Schwinden der Sinne“ und einer Überbeanspruchung des visuellen Sinnes gesprochen werden kann, leistet Kontaktimprovisation einen wichtigen Beitrag zur Wiederbelebung der „Nahsinne“.

Getanzt wird „Contact“ vor allem auf sogenannten „Jams“. Dort treffen sich Menschen, um zusammen zu tanzen, Freunde wiederzutreffen, mit MusikerInnen zu improvisieren. Ähnlich wie bei dem von Royston Maldom in Deutschland wieder ins Gespräch gebrachten „Community Dance“ gilt auch bei der Kontaktimprovisation: Jeder Mensch kann tanzen, es gibt kein zu dick, zu dünn, zu jung oder zu alt.